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07.08.2017

Hoher Handlungsdruck beim BAföG: Regelmäßig erhöhen, damit Studieren gelingt

Das Statistische Bundesamt meldet f√ľr das Jahr 2016 einen erneuten R√ľckgang der Zahl der BAf√∂G-gef√∂rderten Studierenden. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) bekr√§ftigt angesichts der Zahlen seine Forderung nach regelm√§√üigen BAf√∂G-Erh√∂hungen; au√üerdem m√ľsse f√ľrs BAf√∂G st√§rker geworben werden.

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts erhielten im Jahr 2016 rund 584.000 Studierende BAföG; das sind 27.000 weniger als im Jahr 2015. Im monatlichen Durchschnitt sank die Zahl der geförderten Studierenden von 401.000 im Jahr 2015 auf 377.000 im Jahr 2016.

Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekret√§r des Deutschen Studentenwerks (DSW), kommentiert: ‚ÄěDie j√ľngste Erh√∂hung der BAf√∂G-Elternfreibetr√§ge um 6% zum Wintersemester 2016/2017 verfehlt ganz offenbar das von der Bundesregierung selbst gesteckte Ziel, 110.000 Gef√∂rderte zus√§tzlich zu generieren. Es best√§tigt sich: Die j√ľngste BAf√∂G-Erh√∂hung kam zu sp√§t, und sie fiel zu niedrig aus.

Der Handlungsdruck beim BAföG bleibt weiterhin hoch. Es muss nun dringend gegengesteuert werden. Das BAföG muss, wie wir es als Deutsches Studentenwerk schon lange fordern, regelmäßig erhöht werden, am besten auf der Grundlage der regelmäßigen BAföG-Berichte der Bundesregierung.

Eine Erh√∂hung im Jahr 2010, eine weitere Erh√∂hung im Jahr 2016: Das ist zu wenig. Viele Studierende mussten dies durch eine erh√∂hte Erwerbst√§tigkeit zu Lasten der Zeit f√ľr das Studium kompensieren, dies machen die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung deutlich. Eine BAf√∂G-Erh√∂hung pro Legislaturperiode reicht eben nicht. Damit kann sich keine jede Bundesregierung zufrieden geben, gleich welcher politischer Couleur.

Auf der inhaltlichen, der gesetzgeberischen Ebene gegenzusteuern, ist das eine. F√ľr die Vorz√ľge des BAf√∂G muss auch st√§rker geworben werden, so dass Studierende auch kleinere und mittlere F√∂rderbetr√§ge nutzen. Wir k√∂nnen nur immer wieder betonen, dass der Darlehensanteil beim BAf√∂G gering und im H√∂chstfall auf 10.000 Euro begrenzt ist. Dieser Fall tritt erst bei einem f√ľnfj√§hrigen Studium mit einer F√∂rderung ab 20.000 Euro ein; zudem beginnt die R√ľckzahlung erst f√ľnf Jahre nach F√∂rderende in sehr kleinen Raten von 105 Euro monatlich.

Wir k√∂nnen gerade Studierenden aus Familien, die mit der Studienfinanzierung zu k√§mpfen haben, nur dringend raten, einen BAf√∂G-Antrag zu stellen. Wir w√ľnschen uns aber hier auch deutlich mehr Unterst√ľtzung der Bundesregierung.

Und der studentische Bedarf f√ľr die BAf√∂G-Bedarfss√§tze muss realistisch und empirisch sauber berechnet werden. Wir haben daf√ľr erst k√ľrzlich ein neues Berechnungsmodell vorgelegt, das die die bisherigen politisch-normativen Setzungen ersetzen sollte.‚Äú

DSW-√úbersicht: Entwicklung der BAf√∂G-gef√∂rderten Studierenden sowie Sch√ľler/-inenn von 2001 bis 2016:

https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/dsw_tabelle_bafoeg-daten_2001-2016_0.pdf

 

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/08/PD17_265_214.html

J√ľngste DSW-BAf√∂G-Studie ‚ÄěErmittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden‚Äú zum Download (179 Seiten, 7 MB, nicht barrierefrei):

https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/dsw_fibs_online.pdf