KfW-Studienkredit
Studieren kostet Geld. Da nur etwa ein Viertel der Studierenden BAföG bekommt, sind alternative Geldquellen herzlich willkommen. Der Studienkredit der KfW-Förderbank kann ein Modell der Studienfinanzierung sein, zumal er einkommensunabhängig gezahlt wird. Ob man sich jedoch die hohen finanziellen Belastungen in der Rückzahlungsphase zutrauen sollte, will wohl überlegt sein.
Wer kann gefördert werden?
Volljährige Studierende,
- die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit Sitz in Deutschland studieren
- die für ein Vollzeitstudium eingeschrieben sind
- die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder mit einem Deutschen verheiratet sind und sich in Deutschland aufhalten oder EU-Bürger, die seit mind. drei Jahren in Deutschland leben
- das 35. Lebensjahr bei Studienbeginn noch nicht vollendet haben
- über keinen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss verfügen.
Wie viel Förderung gibt es und wie lange wird gezahlt?
Die monatliche Förderung liegt zwischen 100 und 650 Euro. Jeder kann selbst entscheiden, wie viel Geld er oder sie benötigt. Gezahlt wird in der Regel bis zum 10. Fachsemester. In begründeten Ausnahmefällen kann die Bank (muss sie aber nicht) die Förderung um max. vier zusätzliche Fachsemester verlängern.
Wie funktioniert die Rückzahlung?
Grundsätzlich beginnt die Tilgungsphase 18 Monate nach der letzen Zahlung. Zinsen müssen aber auch nach der letzten Förderung weitergezahlt werden. Für die Rückzahlung kann man sich max. 25 Jahre Zeit lassen. Die Mindestsumme, die man seinem Kreditgeber monatlich zurück überweisen muss, beträgt 20 Euro.
Bei einem Darlehen von 30.000 Euro, dass man in zehn Jahren zurückzahlen will, kommt man aber schnell über 300 Euro im Monat – egal ob man nach dem Studium ein festes Einkommen hat oder nicht.
Mit wie viel Zinsen muss ich rechnen?
Die aktuell gültige Zinshöhe finden Sie auf der Übersicht für Wissenskredite der KfW-Förderbank, ganz unten unter "Wissenskredite". Um sich ein Bild von der tatsächlichen Zinsbelastung machen zu können, sollten Sie aber unbedingt den Tilgungsrechner der KfW-Förderbank nutzen.
Wie komme ich an einen Darlehensvertrag?
Auf der Internetseite der Bank (www.kfw.de/studienkredit) kann man das Antragsformular direkt am Bildschirm ausfüllen. Die KfW-Bank erstellt dann ein individuelles Angebot. Nun geht man mit dem ausgedruckten Vertrag zu einem Vertriebspartner, z. B. zum Studentenwerk Kassel, und legt dort
- einen gültigen Personalausweis
- Studienbescheinigung mit Semesterzahl
- ggf. Formblatt für nichtdeutsche Antragsteller
- Leistungsnachweisformular bei Bachelor ab 5. Semester, Diplom ab 6. Semster
- Kontoverbindungsnachweis (EC-Karte)
vor. Der Vertriebspartner leitet den Antrag an die KfW, die dann die Kreditentscheidung trifft, weiter.
Jedes Semester neu muss die Studienbescheinigung mit Nachweisprotokoll und Personalausweis beim Vertriebspartner, z. B. beim Studentenwerk Kassel bei der Studienfinanzierungsberatung, persönlich eingereicht werden.
Nach dem 5. Fachsemester muss man der KfW bei Bachelor-Studiengängen 90 Credits und bei Diplom- der Lehramtsstudiengängen nach dem 6. Fachsemester das Vordiplom bzw. die Zwischenprüfung nachweisen.
Unsere Empfehlung?
Lassen Sie sich gründlich informieren und beraten und schließen Sie auf keinen Fall vorschnell einen Vertrag ab. Wer BAföG-berechtigt ist, fährt damit auf jeden Fall besser.
Zu prüfen ist auch, ob nicht auch ein Bildungskredit oder - am Ende des Studiums - ein Studienabschlussdarlehen des Studentenwerks ausreichen würden.
Die Vorteile des KfW-Studienkredits liegen vor allem in seiner Höhe, Laufzeit und der Flexibilität, dank derer man den monatlichen Betrag jedes Semester neu wählen kann. Für eine kurze Förderung mit einem geringen Betrag ist er jedoch wenig geeignet, denn die Bearbeitungsgebühr von derzeit 238 Euro fällt immer an.
Ihre Fragen zum KfW-Studienkredit beantworten Ihnen beim Studentenwerk Kassel:
Finanzierungsberaterin Anja Sajonz
und
Mehr über den KfW-Kredit sowie die entsprechenden Antragsformulare gibt es unter www.kfw.de/studienkredit oder telefonisch unter der kostenfreien (!) Hotline (0800) 539 9003.